Heiß/kalt/Ende

Continued to the end.

Die zweite Nacht mit ihm war unbeschreiblich, wahnsinnig, schön. Stundenlanges Zusammensein und die Nähe genießen. Eine Nacht wie schon lange nicht mehr. Gefühle wie schon lange nicht mehr.

Am nächsten Tag kommt dann dieser Moment, der dich zerfrisst, du zerspringst innerlich. Ich bin wütend, gekränkt, verletzt, enttäuscht und weiß dann eigentlich auch wieder gar nicht wieso oder auf wen. Auf ihn? Auf mich?

Ursprung dieses Übels war war dieser Moment, in dem ich mich dafür entscheide den Kopf abzuschalten und ich mich zumindest ein bisschen auf ihn einlassen möchte, auch wenn ich nicht weiß was ich will, was es sein oder was es werden könnte. Es ist so schön, ich lasse mich mitreißen, ich gehe mit, ich stürze mich hinein, ich gehe mit ihm und dann …

Heiß/kalt

Es heizt sich auf 100 rauf und stürzt am nächsten Tag auf 0 ab. Heiß/kalt. Was nun?

Natürlich könnte ich mich auch einfach weniger reinsteigern. Das könnte ich ja immer. Aber genau dann, wenn ich seit langem wieder mal meine eigenen Grenzen bezwinge, mich so anstrenge und mir denke, dass ich jetzt mal nicht meine latent präsente Checkliste durchgehe und abhake was wahrscheinlich alles nicht passen könnte, sondern ich das alles einfach mal ausblende und mich mutig in die Situation stürze, genau dann …

Kopf vs. Muster

Er schreibt also nur noch wenig und eher kühl. Bei den meisten anderen hätte ich mir nichts dabei gedacht. Dann waren es zwei schöne Nächte und viele intensive Stunden schreiben, die ich genossen habe, aber mehr ist es einfach nicht. Nun gibt es aber dieses Wissen, das es mir schwer macht es so zu sehen.

Aber es gibt ja nahezu unendlich viele Erklärungen, aber die sollte ich nicht durchdenken. Die Erklärung könnte höchstens von ihm kommen. Ich möchte auch keinen Druck machen, aber das für mich Ärgerliche ist: wüsste ich von den Hintergründen nichts, dann würde ich mir wahrscheinlich nicht viel dabei denken und es einfach gut sein lassen.

Wieso kann das nicht einfach offen und ehrlich ablaufen? Wieso sagt man sich nicht einfach was man sich grad denkt und fühlt? Wahrscheinlich weil man es selbst nicht weiß. Ich kann mich nicht entscheiden, wenn es noch nichts zu entscheiden gibt. Aber dieses heiß/kalt geht gar nicht!

Und wieso steigere ich mich denn so sehr rein? Was will ich denn? Vielleicht ist es nur dieses idiotische Spiel, dass ich mehr möchte, weil er weniger. Das haben zu wollen, was man nicht bekommen kann. Das weiß ich ja gar nicht. Es passt doch eh so vieles nicht. Wieso kann es nicht einfach legitim sein das alles nicht zu wissen? Wieso hinterfrage ich alles permanent? Wieso erscheint es mir nicht normal, dass es so läuft, dass man eben nicht weiß wie es weitergeht? Wieso kann ich das nicht zulassen?

Herz schlägt Kopf

Die Nacht gestern war so unglaublich schön, ich habe nach langer Zeit wieder Nähe zugelassen.

X (21:58) Vermisse es mit dir zu schreiben. Würde gerne wissen was du dir so denkst. 
Y (22:05) Schwer zu sagen … bin heute irgendwie komplett müde und fertig und fühle mich irgendwie leer … 

Aua …

X (23:01) Die plötzliche Distanz fühlt sich nicht gut an. So heiß/kalt mag ich es gar nicht, aber keine Sorge, du bist mir nichts schuldig.
Y (23:03) Irgendwie fehlt mir auch das was du denkst.
X (23:08) Habe ich grad geschrieben und tagsüber auch mehrmals. Ich habe jedenfalls schon lange nicht mehr so eine Nähe zulassen können wie bei dir. Aber wie gesagt, du musst dich jetzt nicht zu irgendwas verpflichtet fühlen. Ich mag einfach nur ehrlich zueinander sein. Egal ob es schön ist oder weh tut oder man auch einfach gar nicht weiß was als nächstes passiert.
Y (23:23) Ich mag es auch ehrlich und es war auch extrem schön …
X (23:36) Und wie ist deine Sicht?
Y (23:37) So wie oben geschrieben …
X (23:40) „Es war“, also magst du es dabei belassen?
Y (23:42) So habe ich das eigentlich nicht gemeint … das „war“ bezieht sich auf die letzte Nacht und nicht auf ein Ende oder so …
Y (23:46) Das Komische ist, dass die letzte Nacht extrem schön war, ich mich aber heute nicht so fühle wie ich mir das vorstelle, eben weil mir irgendwas fehlt, ich weiß aber selber nicht genau was und warum …
X (23:52) Vielleicht weil wir nur Sex hatten, also kaum geredet haben. Für mich hat es sich trotzdem sehr nahe angefühlt.  Und ich schätze deine Ehrlichkeit sehr, aber nach so einer Nacht hat mir noch niemand gesagt, dass er sich leer fühlt, das muss ich auch erst mal verarbeiten.
Y (23:58) Das mit leer ist auch nicht böse gemeint. Ich habe auch noch nie so schnell (und guten) Sex gehabt. Wie gesagt tu ich mir gerade schwer das alles selber für mich einzuordnen … werde jetzt aber mal schlafen.
X (00:15) Keine Sorge, alles gut, bin ich gewohnt. Schlaf gut. 

Dann schließe ich das jetzt also ab und blättere dieses Kapitel um, blättere es zu den anderen. Zwei Nächte durchvögeln. Zurück zur Ratio, zu meinem Gefühl. Wieso vergesse ich bloß immer wieder, dass ich mir vertrauen kann. Ich brauche mich nicht zu zwingen, dass ich mich einfach so auf irgendwas einlasse, nur um zu schauen was möglicherweise passieren könnte. Wieso zwinge ich meinen Kopf etwas zuzulassen, das meinem Gefühl widerstrebt? Herz schlägt Kopf.

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